Conger-Wanderfahrt 2005
 
Friesland

 

 

 


Kurzlogbuch des Bootes “merlin”

 

 

 

Donnerstag, 26. Mai 2005

Diesmal fuhren wir ganz früh los, und kamen in Woudsend gegen 8 Uhr an. Viel zu früh. Es war noch kein Hafenmeister da, die Schranke zum Campingplatz mit der Slipanlage war geschlossen und keine andere Conger war weit und breit zu sehen. Ausser Kitty war noch niemand daIm „normalen“ Hafen lagen jedoch schon einige andere Boote, die am Vortag angekommen waren. Der Pirat „flash“ und die Kleinkreuzer „Mucki“, „Luett Briet“, “Balu” und “Ascension”.

Gegen 9 Uhr wurde die Schranke geöffnet; wir zahlen brav unsere Slipgebühren, fahren rein in Richtung Slipanlage und beginnen, unsere „merlin“ aufzuriggen. Im Laufe der Zeit treffen „Kater“ und „Scholli“ ein und die ‚Fahrensleute’ sind damit schon beinahe komplett.  „Skalar“, „Dolli“ und ein blau-weißer Oldtimer aus Conger-Gründerzeiten (wie “merlin”) waren bereits früher in Friesland eingetroffen und stiessen im Laufe des Tages zu unserer Truppe. Hermann, der dieses Jahr „fremdgeht“in Woudsend (er hat einen „Valken“ gechartert) lässt noch etwas auf sich warten, aber trifft dann doch noch rechtzeitig ein.

Bei der Steuermannsbesprechung wird beschlossen, erst zum Heeger Meer zu fahren, dann über den Johan Frisokanaal und das Koevorder Meer nach Idskenhuizen zu segeln, weil dort abends der Grillabend der KV auf uns wartet. Auf dem Heeger Meer stand ein guter Wind und eine etwas heftig Welle, so dass wir beschlossen, uns erstmal auf der Insel wasserdicht anzuziehen und dann noch eine Runde zu segeln. Leider war in dieser Zeit auch der Wind stark abgeflaut, so dass wir uns die Umzieherei hätten sparen können.

Warten vor der BrückeIm Laufe des Nachmittags sammelten wir uns dann auf dieser Insel und segelten gemeinsam in Richtung Idskenhuizen, wo wir abends in gemütlicher Runde bei Bratwurst und Schnitzeln vom Grill, frischem Salat und Getränken für jeden Geschmack den Tag ausklingen liessen.
  

 

 

 

Freitag, 27. Mai 2005

Die Fahrt von Idskenhuizen in Idskenhuizenüber Ijlst nach Sneek klappt wieder mal hervorragend. In Sneek ist diesmal kein Dampfboottreffen, unser Aussenborder läuft auch ohne Mucken, und in der Stadt gibt es einen Flohmarkt längs der Grachten. Wir machen erst unsere Boote in der Stadt fest und danach einen Stadtbummel. Es ist brütend heiss, die Sonne brennt wie verrückt und wir reiben uns vorsichtshalber mit einer Sonnenschutzcreme ein, deren Lichtschutzfaktor eigentlich für Äquator-Reisen gut wäre. Nachmittags fahren wir dann weiter durch den Houkesloot zum Starteiland im Sneeker Meer, wo wir unsere Zelte aufbauen. Die Hitze verlockt einige dazu, im Hafen schwimmen zu gehen - eine willkommene Abkühlung.

 

 

 

Samstag, 28. Mai 2005

Es ist etwas kühler, der Wind ist prächtig und so gehts mit vollen Segeln über das Sneeker Meer in Richtung Langweer. Kurz vor der Autobahnbrücke vor dem Langweer Wielen ärgert der Brückjenwärter noch mal kräftig Schollidie „Scholli“-Besatzung, als er zweimal kurz vor der Durchfahrt die Brücke wieder schliesst. Wir warten auf „Scholli“, lassen sie an uns vorbeirauschen und segeln bei herrlichem Wind in Richtung Langweer, wo die anderen bereits auf uns warten. Im Restaurant am Hafen wartet bereits - je nach Geschmack - ein kühles Bier, „een kopje koffie met appelgebak“ oder „krokets“ auf uns. Und - irgendwie kennen wir das schon vom letzten Jahr - Karl-Heinz und Horst fehlen....  Anrufe über Handys scheitern, klar, wer hört beim Segeln schon auf Handys; eine SMS mit dem nächsten Ziel wird auf die Reise geschickt und wir fahren irgendwann auch los. Draussen vor dem Hafen treffen wir sie wieder - hmmm, wer weiss, wo und warum die solange waren?

Weiter gehts durch die Langweer Wielen rechtsab in Richtungmerlin unterwegs Tjeukemeer. Der Kanal dahin war sehr gemütlich zu fahren, im Tjeukemeer war jedoch die Hölle los. Wir kamen - durch das sonnige Wetter - ganz unvorbereitet in kurzen Hemdchen dort an, und bekamen Wind und Wellen genau von vorne. In kurzer Zeit waren wir nass bis auf die Haut, so kam das Wasser von vorne rüber. Wir auf der „merlin“ versuchten noch dagegen anzukreuzen, aber nach einem langen Schlag in Richtung Osten und zurück befanden wir uns beinahe an der gleichen Stelle, wo wir losgesegelt sind. Ohne Motor gab es keine Chance, Scholli auf großer Fahrtden See zu überqueren. Lustig war (vor allem für die Besatzungen der anderen Boote), dass auf den Schiffen, die uns entgegen kamen oder unseren Weg kreuzten, die Besatzungen in Badehose und Bikini sich an Deck räkelten und wir im (über die nassen Klamotten übergezogenen) Gummizeug gegen die Duschen von vorne ankämpften. Für so ein Wetter ist das niedrige Freibord und der elegante Vorsteven einer Conger einfach nicht geeignet...

Hermann mit seiner Valk hatte da ebenfalls keine Probleme und blieb trocken.

Nach der Durchfahrt des Tjeukemeers kamen wir an die Brücke bei Follega und mussten auf die Öffnung warten. Diese Brückendurchfahrt kann niemandem empfohlen werden - es gibt fast keine Liegeplätze für wartende Boote, alles „privé“.

Wir haben dann doch noch einen „öffentlichen“ Pfosten im Wasser gefunden, an dem dann drei Congers auf die Brückenöffnung warteten. Auf dem restlichen Weg nach Sloten wurden wir am oberen Ende des Grote Brekkens und auf dem Brandemeer noch einmal etwas nass, sind dann aber gut nach Sloten reingekommen.

In Sloten war der Jollenhafen SlotenJollenhafen übervoll, so dass wir Liegeplätze im normalen Yachthafen bekamen. Leider gab es hier für manche Boote auch nur Plätze am äussersten Rand halb in einer Box mit dem Hinweis, dass vielleicht heute noch der Eigner der Box „da nebenan“ kommen würde und wir dann die Plätze zu räumen hätten. Also wurde - während die Zelte aufgebaut wurden - immer jemand als „Wache“ dagelassen. Wir haben die Zeit genutzt, um uns an Bord ein schönes Abendessen (Ravioli aus der Dose) zuzubereiten; und irgendwann einfach beschlossen „da kommt heute keiner mehr“. Mühle SlotenUnd es kam auch keiner. So konnten wir in der Abenddämmerung noch einen gemütlichen Rundgang durch Sloten machen und die kleine Gracht an der Hauptstraße und die Mühle entdecken.

 

 

 

Sonntag, 29. Mai 2005

Nach dem Frühstück ging es durch das Sloter Meer bei schönem Wetter und Wind, der ruhig etwas achterlicher hätte kommen können, in Richtung Woudsend zurück. Mühle WoudsendAn der kleinen Brücke im Campinghafen wurden wir schon erwartet; Horst betätigte sich als Drehbrückenwärter und liess uns durch. Das Auspacken und Herausholen der Boote ging wie üblich ohne Probleme vor sich, so dass wir - nachdem der Hafenmeister seine Mittagspause beendet hatte - in aller Ruhe unsere Heimreise antreten konnten.



Und hier gehts zu den Bildern  --->

 

 

 

Vielen Dank an Ursula für die zur Verfügung gestellten Fotos.


© Reinhard Glotzbach